TJ_beastboy & Mary Man – CY-BEAST lvl1 (Review)

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Dieses Album erschien am 29. September dieses Jahres auf Hydra Music. Ich bin echt super gespannt auf dieses Projekt, da ich schon seit längerem Taddl als Rapper verfolge. Von seinen etwas schwächelnden Anfängen auf der MOTUS-EP und der wirklich sehr inkonsistenten CHROME-EP ging er einen langen Weg zu der wirklich detailverliebten, emotional gut durchstrukturierten HYDRA 3D. Ich bin durchaus der Meinung, dass Taddl was Flow und kreative Vergleiche betrifft, locker ganz oben mitspielen kann, wenn er sich Mühe gibt. Leider kommen dann aber auch Projekte wie HOW TO FLEX & TROLL A SCENE raus, auf denen er einfach ein gesamtes Projekt nur (absichtlich) Schwachsinn macht. Aber das ist ja auch gar nicht schlimm, er ist ja noch super jung und macht einfach die Musik, auf die er grade Bock hat. Das kann ich nur respektieren. Warum ich aber hier drauf so gespannt bin, ist die Tatsache, dass jeder Track, den er vorher gedroppt hat, zu seinen besten Songs bis jetzt gehört. Und darüber, dass Marley ein guter Produzent ist, muss ich nun auch nicht wirklich reden.

Aber genug von den eröffnenden Lobeshymnen, wir gehen wieder so objektiv wie möglich an die Sache heran. If it’s not good, it’s not good. Keine Sympathiepunkte. Lasst uns direkt mal hereinhüpfen und sehen, welche Attacken das Beast so für uns bereit hält.

Stream:

Track 1: Good Morning

Hm, den Song hier kenne ich schon, das war die erste Single. Das Intro ist ganz lustig, und danach hören wir einen BoomBap-beeinflussten Beat mit einer funky Basslinie. Nachher kommen dann noch Synths dazu und komplimentieren die ganze Sache gut. Taddl redet hier nur darüber, dass er der Beste ist, und dass man dieses Album nicht zu Ernst nehmen sollte. Okay, verstanden. Sein Flow ist hier echt cool, und seine Reime und Vergleiche sind auch ganz kreativ. Von Zeit zu Zeit kommen dann auch mal kritischere Zeilen in den Song, wie die „No homophobe“-Line. Wenn nachher eine echte Bassgitarre reinkommt, tut das dem Song auch echt gut. Beim letzten Refrain kommt dann noch eine verzerrte Gitarre dazu, und es klingt echt fett. Die ist nämlich echt gut balanciert und spielt ein cooles Riff. Das ist einfach ein sehr gut gelungenes Opening, das find ich dope. 4/5

Track 2: Gum-Gum-Kalash (feat. Gibbon Don)

Der Song beginnt mit einer sehr simplen Gitarrenlinie. Taddl steigt dann auch mit einer echt coolen Reimkette ein, und spittet sich halb kaputt. Sein Flow ist wirklich unglaublich sympathisch. Das war, glaube ich, im Snippet. Die Hook ist ein Ohrwurm, und hat mit der Gitarre wieder ein leichtes Pop-Punk-Feeling. Das klingt einfach sehr unbeschwert. Okay, jetzt reden sie über einen Autotune-Affen, der ans Mikrofon steppt. Das war lustig. Ist das…ist das Ardy? Das klingt auf jeden Fall wie Ardy, und ist wieder echt lustig. Hier geht es wieder um den Hass auf die Deutschrap-Szene, das klingt echt gut. Bruh, die zweite Hook ist viel aggressiver, und die Basslinien, die dabei aufkommen, sind echt cool. Das Outro ist überraschend smooth, der Gesang klingt auf diesem langsameren Beat echt gut. Ich find das cool, wie hier musikalisch experimentiert wird, steht den Jungs gut zu Gesicht. Das hat grade was von einem Bluessong, was von dem Gitarrensolo am Ende unterstrichen wird. Dieser Song war wieder echt dope, das gefällt mir. 4/5

Track 3: Modus

Diesen Song hab ich auch schon gehört. Taddl lebt hier wieder seine Arroganz aus, aber wirklich, dieser Flow ist einfach so charismatisch und eingängig. Das Intro ist schön atmosphärisch, mit der Gitarre im Hintergrund. Und wenn dann der Beat droppt, snappt Taddl. Seine Delivery ist hier wirklich krass. Marleys mehr verzerrte Gitarrenarbeit hier klingt auch einfach verdammt cool. Die Hook ist auch ein Ohrwurm, besonders wegen der plötzlichen Akkordprogression, das löst die Spannung der Strophen echt gut auf. Taddls Lines hier drauf sind zum Teil echt nerdy, aber das sorgt wirklich für gute Abwechslung. Wirklich, ich kann kaum beschreiben, wie gut Taddl auf diesem Beat klingt. Und der Beat selber ist auch irgendwo zwischen smooth und hart. In der zweiten Strophe rastet er mit seinem Flow absolut aus, das ist wirklich unglaublich. Und diese Reimkette erst, god damn. Das Outro klingt danach nochmal wieder sehr smooth, das gefällt mir gut. Dieser Song ist wirklich unfassbar dope. Ich bin aber echt erstaunt über den starken Rock-Einschlag auf der Platte 5/5

Track 4: incoming_call

Okay, das fängt etwas elektronischer an, mit einem Telefonklingeln. Hm, scheinbar ruft Taddl bei Familie „Gago“ an. Dieser Bass wabert, das klingt überraschend verschroben. Ja, dieser Song ist wirklich verpackt als Anruf an einen Gago. Das find ich lustig. BRUH, DER BEAT HAT GRADE EINEN CHOR HINZUGEFÜGT, UND TADDL RASTET KOMPLETT AUS. DAMN. Ups, der Gago hat einfach aufgelegt, das ist lustig. Das war zwar etwas sehr kurz, aber was hier präsentiert wurde war echt dope. 4/5

Track 5: Natural Aimbot

Was zur…Indianer? Wo sind wir denn hier gelandet? Okay, hier haben wir einen Flötenbeat, aber mit verzerrten Drums und einer sehr komplizierten Melodielinie. Taddls Flow hier drauf passt sich allem auch wirklich gut an. Dieser Beat verändert sich gefühlt alle 4 Takte, das finde ich cool. Und da haben wir wieder die Gitarre. Bruh, diese Hook ist wieder voll der Ohrwurm, das ist cool. Taddl ist echt ein Flow-Wörterbuch, unglaublich. Inhaltlich passiert hier wieder nicht so viel, aber die Lines dabei sind einfach unglaublich gut präsentiert, und die Anspielungen an Animes, Videospiele, Fantasy und Sci-Fi einfach super gut gewählt. Das Outro klingt auch wieder echt cool, besonders mit diesem Gitarrensolo. Alter, das ist wirklich cool. Das Songwriting auf dieser Platte ist phänomenal. Dieser Song ist unfassbar dope. 5/5

Track 6: Oh Damn

Okay, dieser Synth klingt überraschend gammelig. Ich habe nichts gesagt, der Beat ist grade echt cool geworden, sorry. Der Flow von Taddl ist hier wieder unbeschreiblich gut, und die Lieder auf der Platte sind so abwechslungsreich, das ist perfekt so. Okay, er hat auf Englisch gewechselt, und killt es immer noch! Keine Worte. Diese jugendliche Unbeschwertheit auf dieser Platte ist wirklich cool. Okay, Taddl hat grade Siri gefragt, ob es einen besseren Rapper als ihn gibt, und sie hat geantwortet, dass einen zu finden ihre Möglichkeiten übersteigen würden. Und jetzt haben wir schon wieder eine Bassgitarre, nice. Hm, er ist grade haarscharf einer echt dumme Line entgangen. Dieser Song ist wieder echt cool. Das Outro hat auch ein cooles Keyboard-Solo, das ist geil. Das Songwriting auf dieser Platte ist wirklich krass gut, es wird echt nicht langweilig. Dieser Song hört mit Regen auf. 4/5

Track 7: Grizzly^10

Das war echt eine smoothe Überleitung. Taddl und Mary sind in der Wildnis, und suchen nach einem besseren Rapper als ihm. Die beiden haben grade erntshaft Gott getroffen. Gott hat grade Taddl gesagt, dass er Rap-Jesus ist. Alter, ich lach mich gleich tot, das ist Arroganz auf einer ganz neuen Ebene. Und jetzt hat Gott Marley eine High-Five für seine Beats gegeben. Bruh. Jetzt will er eine Kostprobe von Taddls Skills haben. Alles klar. Taddls Patronus ist ein Grizzley, läuft. Dieser Flow ist wieder…BRUH, DER BASS, DAS IST EIN BANGER. Alter, das klingt grade einfach so hart geil. Diese Bridge klingt auch gut melodisch. Und der Flüsterflow, den er hier hat, ist super charismatisch. Jetzt dreht er mit noch einem anderen Flow auf. Seine Reimketten sind hier echt krass. Das klingt wieder einfach sehr cool, dieses Songwriting ist einfach so gut. Die gebrüllte Bridge am Ende klingt super, und die Gitarren braten meine Ohren, das klingt super cool. Dieser Song ist echt unfassbar dope, das gefällt mir. Und scheinbar auch Gott. Jup. 5/5

Track 8: Sean Connery

Hier hören wir wieder eine Gitarre. Hier droppt Taddl viele Anspielungen auf Agentenfilme. Der Beat ist auch wieder cool, im Hintergrund hört man ein leises James Bond-Sample. Jetzt kritisiert er grade die Gier von Reichen, das ist interessant. Und die Gitarre klingt wieder echt…ECHT METAL. Alter, wir sind grade straight im Metal verschwunden. Ich wusste nicht, dass Taddl so krass growlen kann. Das ist mega cool, diese jugendliche Experimentation ist echt interessant. Jetzt wurde ihm gesagt, dass er die Klappe halten soll. Ich fand das dope. 5/5

Track 9: 9 Leben (feat. Yung Mokuba & Yung Kira) (co-prod. von Yung Kira)

Okay, dieses Intro von Mokuba muss wirklich nicht sein, aber ich komm damit klar. Auch, wenn er lieber bei Adlibs bleiben sollte. Bruh, ist das eine Punk-Hook? Ey, das ist ein mega Mitgröhl-Refrain. Das ist ein richtiger Ohrwurm. Jetzt legt Taddl los, und sein Flow ist einfach wieder so cool. Die Majin-Boo Line war echt nice. Bruh, wie dieser Beat sich grade entwickelt hat, ist echt cool. Diese Stimmung hier ist einfach echt geil, das habe ich im Deutschrap noch nie so gehört. Und Taddl klingt hier auch einfach wieder echt unglaublich. Das war eine fantastische Strophe. Alter, dieser Refrain ist wirklich geil. Taddls Stimme ist wirklich vielfältiger, als ich dachte. Okay, Yung Kira klingt hier drauf überraschend hungrig. Das ist locker die beste Strophe, die er jemals hatte. Die Melodie, die er pusht, ist überraschend flexibel, und seine Nerd-Anspielungen sind auch cool. Das ist tatsächlich einfach ein Pop Punk-Song im Hip-Hop, das ist mega interessant. Das ist mein Lieblingssong bis jetzt. 5/5

Track 10: Insomnia (feat. Navy Westghost)

Auf diesen Song hab ich mich wegen Navy schon sehr gefreut. Scheinbar haben wir hier einen etwas ernsteren Tack, er redet darüber, sich schwach zu fühlen. Der Beat ist grade super smooth und atmosphärisch, das hätte auf die Horrorkid-EP gepasst. Seine Stimme klingt grade sehr verletzlich, und das Autotune unterstreicht das nochmal. Er redet grade über Schlaflosigkeit. Ist das die Hook? Das klingt interessant, mit dem elektrischem Knarzen im Hintergrund. Stimmen lachen grade im Hintergrund. Okay, scheinbar ist die einzige Lösung für seine Schlaflosigkeit sich modernen Deutschrap anzuhören, das war ein Witz-Intro. Der Beat klingt grade echt nice, besonders wegen der Bassgitarre. Dieser Twist war echt cool, seine Stimme passt grade echt perfekt auf den Beat. Navy ist jetzt dran, und auch richtig am spitten. Sein Flow und sein Inhalt gehen grade richtig ab. Da hast du gute Arbeit geliefert Navy. Alle pennen weg, wen Deutschrapper rappen, Pummeluff-Effekt. Okaaaay. Der Track war dope, das gefällt mir. 4/5

Track 11: whack/killa

Bruh, der Beat ist grade cool polyrhythmisch, und Taddl reitet das wieder unglaublich flüssig. Hm, ich weiß nicht, das ist irgendwie eintöniger als vorher. Hier geht er auf Albumstrukturen von deutschen Rappern ein. Der macht die grade richtig fertig, das ist cool. Hier ist aber leider das Songwriting nicht ganz so gut, wie es sein könnte. Die letzte Strophe klingt mega beleidigend, das finde ich lustig. Seine Stimme ist echt krass flexibel. Im Endeffekt war das aber leider ein bisschen zu wenig. So ist der Song nur okay. 3/5

Track 12: Mag ja sein… (feat. Sierra Kidd)

Spricht er grade…seinen eigenen Vater? Nein, er sieht sich als Vater für alle die zuhören. Alter, das ist hart arrogant, das finde ich lustig. BRUH, DAS IST EIN BANGER. Die verzerrte Stimme auf dem Beat klingt wirklich fantastisch. Man, dieser Junge ist wirklich eine Enzyklopedie von Flows, das ist unglaublich. Der Beat ist grade detailreicher geworden, dank dem Synth im Hintergrund, das ist cool. Sierra Kidd hat angefangen, richtig zu spitten, sein Reimschema ist krank. Man, he’s really going off. Das ist echt dope. BRUH, DER BEATSWITCH. DIESER FLOW IST KRANK. DAS IST DAS LETZTE AUS DEM SNIPPET. BOY, DER BEAT IST KRANK, UNFASSBAR. Und jetzt auch wieder mit Gitarre im Hintegrund, bruh. Und jetzt noch eine Bassattacke, ich komm nicht klar. Und jetzt wurde dem Hörer das Genick gebrochen, wie geil. Der Song ist unfassbar dope. 5/5

Track 13: Gagos

Taddl redet wieder mit Gott, und er möchte jetzt mit ihm zu einem Gago nach Hause fahren. Das Auto ist kaputt, deshalb teleportiert Gott ihn. Worauf will dieser Song hinaus? Das klingt grade gut, aber…okay, das ist wieder ein Gitarrenbeat. Er redet grade darüber, hiernach einen Themenwechsel zu machen. Jetzt geht er auf Spotify, und zeigt, wie ähnlich die ganzen Mainstream-Rapper grade sind, sowohl von Albumcover bis zum Image. Und jetzt erklärt er endgültig, was ein Gago für ihn ist, das finde ich lustig. Und das ist alles wieder so unbeschwert und jugendlich. Die Gitarrenarbeit gegen Ende wird echt komplex, das hätte ich nicht erwartet. Gott gibt jetzt ein Gitarrensolo. Bruh, das klingt wirklich mega geil. Aha, scheinbar spielt Gott auch Saxophon, und gibt damit jetzt auch ein Solo. Alter, was passiert hier? Diese pure Experimentation ist echt cool. Das Saxophon klingt hier überraschend smooth. Und jetzt ein Gitarren/Saxophon-Solo gleichzeitig. Ja, das ist wirklich ein echt cooles Outro, das gefällt mir, das packt das Album noch einmal echt gut ein. Dieser Song ist dope. 4/5

Fazit:

Das war ein echt cooles Album von den beiden. Taddl hat sich hier als Rapper nochmal deutlich gesteigert in Sachen Flow, Reimen und Vergleichen, und ist dabei auch noch irgendwie doppelt so charismatisch geworden. Mary hat hier auch ein paar der kreativsten Beats veröffentlicht, die ich dieses Jahr aus Deutschland gehört habe. Besonders sein neuer Fokus auf die E-Gitarre und Live-Bass geben den meisten Songs eine neue Dimension, die sich super in die Stimmung integriert. Und generell, dieses Album ist einfach so unglaublich unbeschwert, lebenslustig und leichtfertig, dass es einem ein Lächeln nur so auf die Lippen zaubert. Das haben wir zum Teil auch der konstanten Benutzung von Pop-Punk Akkordprogressionen zu verdanken. Und der Tatsache, dass jeder einzelne Song mit irgendetwas experimentiert, sei es Flöten, Stimmenpitching, Metal-Breakdowns, Fakeout-Intros, ständig sich veränderndem Sound-Design, hier ist eigentlich wirklich für jeden etwas dabei.

Wenn es aber etwas gibt, dass ich kritisieren möchte, dann sind es die Texte. Gut, ein Album kann man in diesen Stil ruhig machen, aber ohne einen tieferen Biss fehlt hier einigen Tracks wirklich das gewisse Etwas, um nicht nur dope, sondern fantastisch zu sein. Das ist echt schade. Manchmal schleichen sich etwas sozial- oder industriekritische Zeilen in die Texte ein, und das ist ganz cool, aber wenn er ein gesamtes Album, wie auf HYDRA 3D, einfach in diesem Stil, mit diesen Beats und diesen Flows tiefere Inhalte präsentieren könnte, könnte da echt ein Meisterwerk bei rumkommen. Aber ich häng mich grade auf Kleinigkeiten auf, das war ja alles gar nicht das Ziel dieses Albums. Es wollte einfach nur 14 Tracks lang gute Laune versprühen. Und das hat es allemal. Empfehlen kann ich das grundsätzlich jedem, und auch wenn ihr die Platte nicht mögt, dann habt ihr sie wenigstens mal gehört. Denn solche jugendliche Experimentierung findet man auf Deutschrap-Platten wirklich selten. Und das sollte gewürdigt werden.

 

Bester Song: 9LEBEN

Schlechtester Song: WHACK/KILLA

Urteil:

87%

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