Yuto – Menschen EP (Review)

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Diese Ep erschien am 24. Mai dieses Jahres auf Krupplyn. Wisst ihr, manchmal hat man ja einfach solche Musiker, die einem so sympathisch sind, dass man sich manchmal fragt, ob man ihre Musik basierend darauf overhyped oder nicht. Diese Frage hab ich mir bei Yuto, die rappende Hälfte von Kunstfabrik und Teil des Krupplyn-Camps, schon öfter gestellt. Und, so sehr ich darüber nachgedacht habe, bei Yutos scheinbar endlosem Quell aus den sympathischsten Texten, die mit eineer großen Menge angenehmen Details, ehrlicher Hoffnung, scharfer Beobachtungsgabe und gelebter Empathie angereichert sind, desto mehr musste ich feststellen dass nein, er wirklich in meinen Augen so gut ist, wie ich ihn wahrnehme. Das führt einen dann halt dazu, dass man sich auf jedes Release freut, und nachdem die Fiesgucker EP letztes Jahr in meinen persönlichen Lieblingsprojekten gelandet ist, konnte ich dann natürlich nicht anders, als mich zu freuen, dass er eine kleine EP mit 4 sehr emotionalen, persönlichen Tracks droppen würde.

Produziert sind die Lieder, ausser Nummer 1, von Yuto. Nummer 1 ist von BeatSchmiede, dem Produzenten hinter Kunstfbarik. Dementsprechend denke ich, dass wir hier bestimmt eine Mischung aus warmen Jazz- und Gitarrenmelodien finden können, aber wieder mit einem etwas modernerem, musikalischem Twist. Er selber meint, dass dieses Ding wegen und für Menschen entstanden ist, und sowas macht einen dann natürlich schon hellhörig, besonders wenn dies der Bereich ist, in dem Yuto schon immer am meisten glänzen konnte. Aber, ich laber schon wieder zu viel. Ich will mir jetzt einfach nur diese 4 Songs anhören und mich ein bisschen entspannen. Dementsprechend hören wir doch einfach Yuto mal zu, was er uns über diese Menschen zu sagen hat, shall we?

Stream:

Track 1: Eins Für Den Weg (prod. von Beatschmiede)

Wir werden direkt begrüßt mit einem kurzen Klaviersample. Ich bin direkt dabei, das klingt sehr warm. Ich mag die Basslinie. Oh SHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIT. Die Gitarrenlinie hier drin ist absolut GORGEOUS. Yuto wärmt sich im Hintergrund auf. Dieser Groove ist echt toll. Dünen und Landstraßen. Er sinniert gerade etwas über das Leben an sich, wie nebensächlich manche Probleme sind, und wie alles okay ist, solange er noch sein Lachen hat. Direkt mega sympathisch mal wieder. Sind wir Teil des Problems, fehlt nur noch ein Schritt um weiter zu gehen. Zwei Bier und eins für den Weg. Seine Vergleiche sind ziemlich unterhaltsam gerade. Jetzt geht es darum, wenn das Leben einen dann doch etwas härter trifft, und wie das auch okay sein kann. Das hier bleibt Therapie. Schöne Aussagen in einen Track gepasst, das hat mich wirklich berührt. Und dieser Beat? Wirklich ein Traum. Das war verdammt dope. 4,5/5

Track 2: Menschen

Eine leichte E-Pianolinie kommt rein. Okay, ist das der Groove? Das ist toll. Hier geht es erst darum, was vieles heutzutage scheiße ist. Heute ist alles heuchlerisch. AHHHH SHIT, DIE KEYS IM HINTERGRUND. Jetzt redet er über seinen Freundeskreis, und was sie voneinander lernen können. Zum Beispiel dankbar sein. Die Streicher in der Hook sind wundervoll. Das ist echt beautiful. One love, wenn du versuchst ein guter Mensch zu sein. In der zweiten Strophe redet er nochmal darüber, wie wichtig die Leute um ihn herum sind, und dass er für immer für sie da sein wird. Mama sagt, du musst nur auf deine Gesundheit achten. Ausserdem, die Scratches von Beatschmiede sind schön. BOAH. Diese Streicher, diese Basslinie, dieser Track, DAMN. 4,5/5

Track 3: Für Alle Korrekten

Ein etwas organischeres Klavier kommt rein, wieder mit etwas Keys im Hintergrund. Die Drums hier sind etwas entspannter, ich mag das Blasinstrument im Hintergrund sehr. Ist das… eine Trombone? I really should learn my instruments. Ich mag die Gitarrenlinie im Hintergrund. Damn, Yutos Flow ist hier etwas komplizierter. Wir haben Zeit, solang der Pfeffi noch voll ist Hier redet er über seine Freunde, was sie zusammen erlebt haben, und was ihm as bedeutet. An manchen Nächten braucht man diese Jazz-Vibes auf Kopfhörern. Die Hook ist mir vielleicht etwas zu simpel, aber das stört mich nicht. In der zweiten Strophe redet er über neue Rapper, und dass er mit Herz dabei ist. Auch, wie dankbar er für alles ist, was man ihm mit auf den Weg gibt. Da representet er sich auch ein kleines bisschen. Wie gesgat, ich hätte mir vielleicht eine etwas andere Hook gewünscht als nur das Blasinstrument, aber ansonsten war der Track dope. 4/5

Track 4: Tustmirgut

Ach, hier haben wir direkt sommerlichere Vibes. Die Melodielinien klingen echt happy. Auch die Gitarrenlinie, die dann hereinkommt. Sehr nice. Da kann man sofort super zu grooven. Kurz mal die Orientierung verloren. Hier geht es darum, wie man weiterkommen könnte, wenn man am Boden ist. Solang man nicht alleine ist, kann man ’ne Menge draus ziehen. Grad ist alles cool, denn du tust mir gut. Ach, das ist richtig sweet. Yuto, du machst mich echt fertig. Schade, dass das so kurz war, tut dem Track aber keinen Abbruch. 4/5

Fazit:

Ich bin glücklich. Ich bin wirklich sehr, sehr glücklich darüber, wie diese Ep hier ist. Hier haben wir das ganze Potential, dass ich sowieso schon seit ihrem Debüt in Yuto gesehen habe einmal vollkommen aufgedreht und verwirklicht. Und wieso das so ist, ist ausserdem verdammt einfach zu erklären. Auf dieser EP macht Yuto das, was er sowieso schon immer gut konnte, und das ist sehr positiv, sehr nahbar und hoffnungsvoll über Sachen aus seinem Leben schreiben. Jeder Track hier ist voll von diesen kleinen, bekräftigenden Zeilen, die einem immer wieder auf die Schulter klopfen, und einem sagen, dass alles einfach okay sein kann, egal wie schwierig Situationen sein können. Dadurch, dass alle Tracks auf dieser EP allerdings dadurch eingefärbt sind, dass sie für und über Menschen aus seinem Leben geschrieben wurden, wird die gesamte EP nur noch persönlicher und inhaltlich interessanter. Er redet viel über Freundschaften, was man sich aus ebenjenen ziehen kann, wie man durch diese Freundschaften seinen Alltag einfacher meistern kann, und wie viel eben diese Freundschaften ihm bedeuten. Klar, das sind jetzt nur 4 Lieder hier, aber wirklich, in diesen 4 Liedern stecken so viele Details, so viel kleines Storytelling und so viele positive Aussagen, wie es manche Musiker nicht auf ein ganzes Album pressen können. Man merkt einfach, dass Yuto als Songwriter immer stärker und immer eindringlicher wird, ohne die Subtilitäten zu vergessen, die sich durch solche Situationen eigentlich ziehen. Das ist wirklich beeindruckend.

Aber nein, da konnte er ja noch nicht den Schlussstrich ziehen, konnte er? Ich hatte ja schon in meiner Fiesgucker-Review hoch und runter gelobt wie schön warm und detailverliebt die Beats sind, und, wenn er das noch weiter ausbaut, seine Beats zu den schönsten zählen könnten, die deutscher Rap zu bieten hat. Jap, wir sind genau da angekommen. Ey, ohne Scherz, die Art und Weise wie Yutos Beats hier drauf diese zarten E-Pianos mit wirklich wundervoll texturierten klassischen Klavieren verbindet, wie die Basslinien so warm und voll klingen, wie seine Gitarrenlinien und gelegentlicher Gebrauch von Blasinstrumenten hier zusammenkommen ist klangtechnisch einfach magisch. Die Klangflächen sind breit und einladend, stecken voller kleiner, wirklich gut umgesetzter Details, und, als neuer Fokus, wird das ganze auch deutlich Groove-zentrierter. Klar, die Grooves waren schon vorher bei den Jungs vorhanden, aber diese kleinen, subtilen Melodielinien, Samplecuts und Basslinien sind gleichermaßen catchy wie entspannend, energetisch wie beruhigend. BeatSchmiedes Beitrag hier reiht sich auch nahtlos darin ein, und wisst ihr, was das Gruseligste ist? Ich glaube noch nicht, dass Yuto da sein Potential schon ausgeschöpft hat. Ich denke, dass da noch ganz viele andere Ideen in ihm schlummern, seine Beats noch weiter zu verfeinern, und ich bin auch shcon mal gespannt, wie das klingen wird, wenn er das mal auf Stimmungen anwendet, die nicht wie die 4 Tracks hierdrauf klingen.

Ich kann euch diese EP hier empfehlen. Punkt. Ich weiß, ich weiß, das könnte jetzt einfach wie blindes Loben eines Musikers durch Bias klingen, aber… nein. Ich finde einfach wirklich, dass Yuto die perfekte Balance findet zwischen seinen sympathisch persönlichen, hoffnungsvoll bekräftigenden Texten und Beats, die zwar einen gewissen oldschool Charme haben, aber sich selber einfach konsequent weiterdenken. Selbst, wenn ich keine Ahnung hätte, wer das ist, die Qualität seiner Musik spricht einfach für sich. Und ausserdem, jeder braucht manchmal einen Musiker, der einem gefühlt auf die Schulter klopft um einem zu sagen, dass es okay sein kann. Yuto, wenn du das gerade liest, danke für deine Musik, ich bin schon sehr darauf gespannt, was als nächstes von dir kommt. Bis dahin dreht sich aber diese EP in meinem virtuellen Plattenspieler.

Bester Song: MENSCHEN

Schwächster Song: ?????

Urteil:

85%

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